Folgende Leitziele werden als zentrale Schlüsselfaktoren für die Gestaltung einer innovationsförderlichen Unternehmenskultur angesehen:
1. Leitziel: „Innovation von unten fördern und nutzen"
Innovationen entstehen nicht durch die Leistung einer einzelnen Abteilung (z.B. der Entwicklungsabteilung), sondern sind immer das soziale Gesamtergebnis eines Unternehmens. Dies bedeutet im Umkehrschluss, das bislang brachliegende Potentiale, insbesondere in Segmenten mit hohem Anteil angelernter Arbeitnehmer/-innen systematisch gefördert und genutzt werden müssen, wenn sie nicht zum Nadelöhr der Leistungsfähigkeit der Gesamtorganisation werden sollen. Zu berücksichtigen ist dabei ein Gestaltungsdreieck aus Maßnahmen zur (a) Förderung des Individuums, (b) Anpassung von Strukturen und Rahmenbedingungen und (c) Weiterentwicklung der Unternehmenskultur zu einer Kultur, die Innovationsbereitschaft, Risiko- und Experimentierfreudigkeit von Management und Belegschaft prägt.
2. Leitziel: „Handlungskompetenz erweitern und in Gestaltungskompetenz überführen"
Zentrale Aufgabe ist die Förderung und Überführung der beruflichen Handlungskompetenz (Fach-, Methoden und Sozialkompetenz) in betrieblich wirksame Gestaltungskompetenz. Es kommt darauf an, einen Prozess zu initiieren der die Faktoren Wollen (Motivation), Können (Kompetenzentwicklung) und Dürfen (Rahmenbedingungen) gleichzeitig und integriert fördert und fordert. Diese Veränderungen sind ein wesentlicher Schlüsselfaktor für eine innovationsförderliche Unternehmenskultur.
3. Leitziel: „Die betriebliche Mitbestimmung als Innovationsfaktor nutzen“
Ein produktiver Umgang mit den Risiken und Chancen von Veränderung fördert die Motivation der Mitarbeiter für Innovation und Lernen. Die Akzeptanz von Entwicklungsmaßnahmen wird deutlich erhöht, wenn es gelingt, Formen arbeitspolitischer Kompromissbildung zu entwickeln, die elementare Ziele des Unternehmens und der Mitarbeiter/-innen berücksichtigen (Win-Win-Situation). Die gemeinsame Gestaltung des Innovationsprozesses durch Geschäftsleitung und Betriebsrat erhöht die Qualität der Entscheidung, verbessert die Kommunikation über Veränderung, schafft dadurch positive Lernchancen bei Geschäftsleitung und Betriebsrat und ist somit ein wesentlicher Faktor einer innovationsförderlichen Unternehmenskultur.
4. Leitziel: "Führungskräfte als Schlüsselpersonen einer innovations-förderlichen Unternehmenskultur entwickeln“
Innovation können nur entstehen, wenn die Führungskräfte die Experimentierfreudigkeit und Veränderungsmotivation der Mitarbeiter gezielt fördern. Dies erfordert, dass sie selbst Vorbild sind und neuen Arbeitsmethoden, Organisationsstrukturen, Verfahrensweisen offen gegenüberstehen. Kraft Funktion sind sie somit Schlüsselpersonen für die Weiterentwicklung der Unternehmenskultur. |